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Donnerstag, 15. mai 2008
JHove ‎(14:57):
und ich, weil ich die weltherrschaft an mich reißen will
JHove ‎(14:58):
war doch so, oder?
Infinite ‎(14:58):
was sonst
hast du einen plan, wie du das erreichen willst?
 
JHove ‎(14:58):
ja
JHove ‎(14:59):
ich inflitriere zunächst strategisch wichtige regierungen mit roboter-sklaven
die werden dann tupac 1-13 heißen
daraufhin werde ich nach und nach die russische mafia die staatsoberhäupter der usa
deutschlands
frankreichs
großbritanniens
chinas
russlands
JHove ‎(15:00):
australiens
und kanadas auslöschen lassen
jeden tag eines
Infinite ‎(15:00):
von gebeco aus?
JHove ‎(15:00):
derweil lasse ich inmitten von berlin eine fassade bauen
mit balkon
JHove ‎(15:01):
das wird der schwierigste teil des planes werden
weil fassaden ja balkone nicht halten können
da müsste ich mir noch was einfallen lassen
wenn ich den balkon aber erstmal habe
werde ich von dort aus die republik ausrufen
JHove ‎(15:02):
mir aber, schlau wie schlange, sämtliche ämter in personalunion selbst übertragen
und dann kanns los gehen
soweit der plan

von Thorben Petersen
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Dienstag, 6. mai 2008
Vor dieser Saison, die sich nun allmählich dem Ende entgegen neigt (und gerade deswegen so unheimlich spannend sind, da natürlich die Playoffs laufen), machte einer von sich reden, von dem nicht viele geglaubt hätten, dass er die MVP-Tröphae dieses Jahr nach LA holen wird – Kobe Bean Bryant.


 

Dabei war neben den vor Saisonbeginn gewohnheitsgemäß unsicheren Parametern der individuellen Form und Verletzungs(un)anfälligkeit noch sehr viel zweifelhafter, dass KB24 für die Lakers auflaufen würde. Unendlich frustriert über das abermalig frühe Ausscheiden seiner Mannschaft in den letztjährigen Playoffs und gleichfalls beschwingt durch seinen Auftritt im US-amerikanischen Olympiaqualifikationsteam und sein Aufeinandertreffen mit Klasse-Spielern wie Jason Kidd, LeBron James oder Dwight Howard begann es in seinem Hirn zu rotieren. Ihm war klar, dass er keine Chance auf den Titel haben würde, wenn sich die LA Lakers nicht eklatant verstärken würden. Jahr um Jahr hatte man ihm genau das versprochen, ihn auf das nächste Jahr, auf die nächste Gelegenheit für einen Sieg bringenden Blockbuster-Trade vertröstet. Aber der kam nicht. Und Kobe fühlte sich verständlicherweise im Stich gelassen.
 Genau dieser für die La-La-Land beinahe fatale Mix von Unzufriedenheit und der Erkenntnis, wie viel besser ein weiterer wirklicher Topspieler die Lakers machen könnte, führte dazu, dass sich der Star in einem Interview nicht nur kritisch über das Management äußerte, sondern weit darüber hinaus ging: Kobe forderte den Trade und bzw. oder die Wiedereinsetzung von Jerry West als GM.

 

Wie auch immer die Lakers ihren Superstar damals beruhigt haben – ein gewichtiger Grund für sein Bleiben war vermutlich Phil Jackson, dessen Siegermentalität offenkundig einen gewaltigen Eindruck, ja geradezu eine Faszination auf den fast krankhaft ehrgeizigen Sohn des früheren NBA-Spielers in Reihen der 76ers Joe „Bellybean“ Bryant ausübt – kurz vor Trade-Deadline taten sie das, wonach ihr Star sich so sehnte: Sie holten einen Co-Star mit Paul Gasol.

 

 

Der Spanier, der bei den Memphis Grizzlies langsam aber sicher in der Versenkung zu verschwinden drohte, spielte gleich zu Beginn (nach relativ kurzer Verletzungspause direkt nach dem Trade) groß auf. Als habe er in seinem Leben nichts anderes gemacht, lief der 7-Footer mit dem soften Touch aus der Mid-Range die Triangle wie im Schlaf und schockte die Liga: Kobe und Paul, dazu ein seit dem Trade wie auf magische Weise mit einem immensen Selbstvertrauen beseelte Lamar Odom führten die Lakers von Sieg zu Sieg. Die Leute aus der 2. Reihe profitierten ebenfalls von der merklichen Dominanz Gasols im Post und der Zone: Jordan Farmar, Sasha Vujacic und Vladimir Radmanovic deckten angeführt von dem vor Saisonbeginn aus Utah zur Truppe zurückgekehrten Derek Fisher die Gegner von außen ein, Odom, Walton und Turiaf erledigten die vielen kleinen Dinge, die zum Sieg nötig sind. Und Kobe? Kobe war Kobe. Mit dem kleinen Unterschied, dass er noch ein kleines bisschen uneigennütziger spielen und sich in der Offense auch mal 1, 2 Spiele komplett zurücknehmen konnte, weil es auch ohne ihn lief.

 

Momentan sind die Lakers in ihren 6 bisherigen Spielen in den Playoffs ungeschlagen – eine Trendwende scheint so bald nicht zu erwarten zu sein. Zu eingespielt wirkt das Team aus dem sonnigen Californien, zu perfekt erscheint die Triangle Offense den Spielertypen der Lakers in die Hände zu spielen…und nicht zuletzt: Zu verbissen und siegeshungrig tritt der noch zu benennende MVP dieser Saison auf: Kobe will allen beweisen, dass nun ER bereit ist, die Lakers zum Titel zu führen. Dass auch mit IHM als Nummer 1 die Lakers nach den Sternen greifen können und den Titel der stärksten Liga der Welt einfahren können. Dass man keinen Shaq mehr braucht in LA, um diesen so unglaublich protzigen Goldpokal in den Sonnenstaat zu holen. Und wahrlich ist Bryant zu einem der komplettesten Spieler gereift, die die NBA je gesehen hat: Sein Offensivspiel beginnt bereits knappe 2,5 m hinter der Dreierlinie und endet bei krachenden 360°-Dunks mit Kopf auf Ringniveau. Seine Leadership-Qualitäten sind mittlerweile das, was seine Mannschaft im Innersten zusammenhält. Sein Killerinstinkt wird vermutlich nur von denen Larry Birds und Michael Jordans übertroffen. Bryants Defense, eine Facette des Spiels, die gerne mal von so genannten Stars vernachlässigt wird, bewegt sich zudem auf Top-Niveau, was ihm insgesamt 7 All-Defensive-Team-Nominations einbrachte. Und sein Wille, die Mitspieler einzubinden, muss schon deswegen beeindrucken, weil sich jeder Normalsterbliche kritisch selbst hinterfragen sollte: Wenn ich mit seinen Talenten gesegnet wäre, würde ich dann nicht 50 Würfe pro Spiel nehmen. Kobe war einmal so, doch er hat gelernt, dass es keine Championship geben wird ohne sein Team – eine Einsicht, für die Jordan sehr viel länger brauchte und die Bereitwilligkeit Bryants zum Teamplay ist wahrscheinlich auch den Gesprächen mit dem besten Basketballer aller Zeiten geschuldet, der sich dereinst in einer sehr ähnlichen Situation wiederfand.
Alles in allem sind die Lakers bereit für den ganz großen Wurf – und dass the player formerly known as KB8 die Maurice-Podoloff-Trophy mehr als verdient hat, sollte noch nicht einmal diskutiert werden.

 

von Thorben Petersen veröffentlicht in: Sport
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Donnerstag, 1. mai 2008

                              














Vor dem Spiel: Aufstellungen und Ausgangspositionen
Zenit St. Petersburg: Malafejew - Hubocan, Schirokow, Krizanac, Anjukow - Timostschuk - Denisow (Ionow, 90'+1'), Zyrianow, Fajsulin, Dominguez (Lee, 89') - Pogrebnjak
FC Bayern München: Kahn - Lahm, Lucio, Demichelis, Jansen (Lell, 46') - Schweinsteiger, Zé Roberto (Podolski, 46'), van Bommel, Ribéry - Toni, Klose (Sosa, 62')

Bayern muss zumindest ein Tor erzielen, um überhaupt eine Chance auf den Einzug ins Final des UEFA-Cups zu haben. Sowohl bei jedem Sieg stehen die Münchener im Endspiel, als auch bei jedem Unentschieden, das höher als 1:1 ausfällt. Bei einem 1:1 geht es in die Verlängerung, bei einem 0:0 oder jeder Niederlage spielt St. Petersburg um die Trophäe in Manchester.
Die Münchener können - ausgenommen der Langzeitverletzte Hamit Altintop - auf ihre beste Mannschaft zurückgreifen, nachdem auch der italienische Weltmeister Luca Toni nach abgesessener Gelbsperre wieder in den Kader zurückkehrte.
Nach öffentlicher Kritik an Trainer Ottmar Hitzfeld verblieb Willy Sagnol in München, um dort allein zu trainieren.
Spielbeginn bis 20':
Bayern beginnt gefällig, kommt über Klose in der 2. Minute zu einer guten Chance nach Kopfballvorlage von Toni, die Schirokow jedoch klar der Linie klärt.
In der 4. Minute kommt Zenit mit seiner ersten Chance zum 1:0: Nach Foulspiel von Lucio drehen sich Schweinsteiger und Ribéry beim anschließenden Freistoß weg, der Ball schlägt links vom Keeper mittig im Tor ein. Ein verdutzter Kahn bedeutet seinen Vorderleuten, nichts gesehen zu haben - zu Recht. Die Stimmung auf den Rängen wird merklich besser.
Bei Bayern geht anfangs mehr über links, Jansens Flanken sind jedoch zu ungenau und oftmals viel zu hoch und damit leichte Beute für Malajew.
Bayern macht zwar das Spiel, doch richtig zwingende Chancen sind Mangelware: Ribéry (8' aus 20 m) und Zé Roberto (9' aus 18 m) versuchen sich aus der Distanz - ohne Erfolg.
In der 15' kommt Zyrianow zu einer Chance.
Ribéry wird zusehends angefressener.
20': Anyukov taucht nach feinem Zuspiel vor Kahn auf, doch der Ex-Nationalkeeper hält den Schuss aus spitzem Winkel.
21' bis Halbzeit:
25': Freistoß nach Foul an Schweinsteiger aus 25 m, diesen chippt van Bommel auf den aufgerückten Demichelis, dessen Kopfballvorlage etwas zu hoch ist für Luca Toni - Abstoß.
Ein ums andere Mal setzen sich die Bayern in direkten Zweikämpfen durch und drängen auf den Ausgleich.
Kaum noch bringen die Russen ihre Angriffsbemühungen über die Mittellinie, der FCB attackiert schon früh, wodurch sämtliche Spieler Zenits in der eigenen Hälfte gebunden werden.
Vor allem der verhältnismäßig offensiv agierende Demichelis macht eine gute Figur. Dick Advocaats Mannschaft wirkt zusehends nervöser und lässt sich vom Druck der Bayern beeindrucken.
32': Bei einem seiner zahlreichen Versuche verdribbelt sich der kleine Franzose der Bayern, doch die Kontergelegenheit Zenits verpufft.
33': Endlich Entlastung für Zenit: Ein Eckball, der jedoch nur bedingt Gefahr bringt.
Schweinsteiger agiert auf der rechten Seite unglücklich und hat längst nicht so viele Ballkontakte wie auf der gegenüberliegen Seite Ribéry. Gleiches gilt für Klose im Vergleich zu Toni.
Zenit kann sich jetzt ein bisschen befreien - die Jungs zeigen endlich, dass sie Fußball spielen können.
39': Und prompt passiert das, was die Bayern unter allen Umständen hätten verhindern müssen: Zyrianow vernascht per Körpertäuschung Zé Roberto und Demichelis und trifft schön zum 2:0.
Damit ist das Thema "Verlängerung" schon vorzeitig abgehakt. Bayern braucht jetzt zwei Tore - mindestens!
42': Nach Foulspiel von Toni wird eine Freistoßflanke von Ribéry abgepfiffen - weiter geht's in die andere Richtung.
Die Stimmung im Stadion ist großartig, die russischen Fans feiern ihre Mannschaft mit lauten Sprechchören.
1 Minute vor der Halbzeit wirkt Bayern konzentriert, aber nach wie vor nicht wirklich zwingend, was auch der gut gestaffelt stehenden Zeniter Mannschaft geschuldet ist.
Eine flache Hereingabe von Zé Roberto lässt Schweinsteiger durch, doch der gut stehende Luca Toni kann nichts aus der Chance machen.
Fazit: Die Führung von St. Petersburg geht in Ordnung, wenngleich sie wohl ein Tor zu hoch ausgefallen ist. Die Bayern kontrollieren das Spiel, doch weder Luca Toni, noch der bisher schwache Miroslav Klose strahlten bisher übermäßige Torgefahr aus. Positiv ist anzumerken, dass sich der designierte deutsche Meister nicht aufgegeben zu haben scheint, aber hier greift vermutlich der weithin wohlbekannte Spruch "Die Bayern wären nicht die Bayern..."
46' bis 70':
Hitzfeld setzt zu Beginn der zweiten Halbzeit auf die dringend nötige Offensive: Für den defensiv schwachen Jansen kommt Lell, für den Lahm auf links rückt und Podolski löst Zé Roberto ab und gibt die hängende Spitze.
Bayern kommt aggressiver aus der Kabine, die Zeichen stehen auf Sturm.
Doch sollten die Münchener die Konterstärke der Russen nicht unterschätzen.
50': Toni mit guter Chance, jedoch klärt der Keeper der Russen - der darauf folgende Eckball bringt nichts ein.
Hinten steht Bayern jetzt relativ offen, alle Spieler sind offensiv ausgerichtet.
Noch zu selten versuchen es die Bayern konsequent über die Außenbahn, Schweinsteigers frecher Schuss aus dem Halbfeld faustet Malafejew hoch in den St. Petersburger Himmel. Da Toni Foul spielt, bekommt er daraufhin einen Freistoß.
54': 3:0 für den russischen Meister! Anyukov mit sehenswerter Flanke von links, Fajsulin trifft völlig frei im 5m-Raum stehend per Kopf unhaltbar zur Entscheidung (wenn man bedenkt, dass Bayern nicht über eine herausragende Möglichkeit verfügte bisher).
Zenit bleibt weiterhin mit Kontern gefährlich, doch eigentlich bleibt Bayern nichts anderes mehr übrig, als aufzumachen.
Man muss den Russen für ihre Konsequenz in der Chancenauswertung ein dickes Kompliment aussprechen - außerdem ist ihre Ballsicherheit bemerkenswert.
61': Poldi verpasst aus 7m eine gute Hereingabe von Schweinsteiger - war aber auch schwierig zu nehmen, dieser Ball.
62': Der sehr schwache Klose macht Platz für Sosa.
Die Bayern geben sich zwar nicht auf, gelingen will ihnen aber auch nichts mehr. Diese Partie ist entschieden.
67': Luca Toni holt sich die 6. Gelbe seiner UEFA-Cup-Saison ab, nachdem er geschoben hatte.
Es ist kein Zug zum Tor mehr zu erkennen, der sog. aggressive leader der Münchener van Bommel macht auch keine Anstalten, mit einem "Zeichen" etwas daran zu ändern.
70': Mit lauten Rufen feiert das Stadion die Heimmannschaft - sie hat es sich wahrlich verdient, obwohl zunächst Schweinsteiger und danach Podolski zu so etwas wie Torgelegenehiten kommen. 20 Minuten sind's noch, doch für 3 Tore bräuchten die Bayern heute wohl eher 5 Stunden.
71' bis Spielende:
73': Und das nächste Ding: Dominguez lässt Lahm auf links so richtig alt aussehen, bedient in der Mitte Torjäger
Pogrebnjak, der locker aus 12 m zu seinem 10. Tor im Wettbewerb einschiebt. 4:0, Bayern blamiert sich beim letzten UEFA-Cup-Spiel seines Kapitäns Kahn und Coaches Hitzfeld bis auf die Knochen.
76': Ribéry aus 22 m noch einmal, doch sein Schuss geht 4 m links am Tor vorbei.
77':
Pogrebnjak kassiert seine 5. Gelbe und ist damit im Finale gesperrt: Eine arge Schwächung für die Russen im City of Manchester Stadium.
Das Spiel plätschert 10 Minuten vor Schluss nur noch vor sich hin, nennenswerteste Aktion zur Zeit sind bengalische Feuer und deren Übergreifen auf Sitzschalen in der Fankurve Zenits.
84': Zenit lässt die Bayern laufen und das ein ums andere Mal ins Leere. Es ist einfach nur noch traurig.
Die Bayern sehnen nur noch den Schlusspfiff herbei, doch wer kann es ihnen nach diesem Abend verdenken?
89': Beide Mannschaften nur noch mit Minimalaufwand unterwegs, für Dominguez kommt der Koreaner Lee.
90'+1': Ionow kommt für Denisow.
Schlusspfiff.
Fazit: Der Sieg von Zenit geht völlig in Ordnung, Bayern schaffte es nicht, aus 18 Torschüssen etwas Zählbares zu machen. Das letzte Spiel im Europacup von Trainer Hitzfeld und Torhüter Kahn hätte deprimierender kaum verlaufen können, doch die Bayern hatten es einfach nicht verdient, hier heute weiter zu kommen. Die Russen lieferten ein konzentriertes Spiel ab und stellten sich auch nicht nach dem 2:0 hinten rein, sondern spielten weiter mit und zelebrierten teilweise sehr ansehnlichen Offensiv- und Konterfußball. Glückwunsch an St. Petersburg!
von Thorben Petersen veröffentlicht in: Sport
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Mittwoch, 30. april 2008

Die Dallas Mavericks haben sich verspekuliert. Man muss es so drastisch ausdrücken und da es für den geneigten Beobachter der nach wie vor stärksten Basketball-Liga der Welt  glasklar ist, dass dem so ist, entscheide ich mich hiermit dafür, das Ergebnis des folgenden Textes ihm voran zu stellen. Es ist nämlich kein Geheimnis, dass sie auf die falschen Pferde gesetzt haben - interessant wird es einzig werden, zu untersuchen, wie diese Pferde heißen...und was sie geritten hat. Sicher, die Gründe für den erneuten Untergang des hoffnungsfrohen Mavs-Schiffs sind vielfältig und mit Sicherheit nicht an den folgen Gründen ganz allein festzumachen - sie sind nichtsdestowenigertrotz die primären Faktoren für das, was mal wieder mit der Millionen schweren Franchise Mark Cubans geschehen ist.

Die Saison und ihre Vorzeichen
Nach einer im letzten Jahr noch zweifelsohne hervorragenden Regular Season quälten sich die Mavs dieses Jahr mit mehr schlechter als rechter Bilanz durch eben jene. 51 Siege standen 31 Niederlagen gegenüber, die durchaus respektable Heimbilanz (34-7), die Platz 2 unter den starken West-Teams bedeutete, wurde jedoch durch eine eines Spitzenteams unwürdigen Auswärtsschwäche (17-24) überschattet. Zum Vergleich: Im Vorjahr gewann man nich 31 von 41 Roadgames und konnte mit der Liga-Spitzen-Quote von knapp 82% gewonnen Spielen aufwarten.

Dieses Jahr jedoch verlief vieles anders, weniges besser, fast alles schlechter.
Nachdem in der Saison 1 nach Don Nelson Trainer-Neuling Avery Johnson das Zepter übernahm und in der 2006/07er Saison den oben beschriebenen Erfolg feiern konnte, war von dieser Leistung in der diesjährigen Serie nichts mehr zu sehen. Vermeintliche Spitzenspieler wie Josh Howard, die letztes Jahr schon als All-Star-Kandidaten gehandelt wurden, entwickelten sich nicht nur nicht weiter - sie machten de facto einen gehörigen Schritt zurück. Diese Entwicklung machte auch vor "Uns Dirk" nicht Halt. Der letztjährige MVP zeigte diese Saison ein ums andere Mal, dass die Kritiker, die nach dem letztjährigen Playoff-Aus die Auszeichung des Deutschen mit der Trophäe des wertvollsten Spielers arg (und meiner Meinung nach zu Unrecht) monierten, im Kern Recht hatten.
Sicher, Nowitzki ist der Leader des Teams aus Texas, hatte keine überragende Saison (schwer, schwer lastete sicher die Erwartungshaltung nach der Blamage der vorherigen Postseason auf ihm); aber das sang- und klanglose Ausscheiden der Dallas Mavericks an seiner Person festzumachen wäre nicht nur unfair, sondern auch das Ergebnis einer Problemesuche, die das leichteste Ergebnis präferiert: Scheitern des Teams = Leader ist schuld. Das ist - man muss es in aller Deutlichkeit sagen - Schwachsinn.
Letztlich wirkten etliche Faktoren zusammen, die sich im Endeffekt in der schlechten (West-)Bilanz der Mavs niederschlugen. Zudem muss man bedenken, dass die Mavs nun auch nicht so schlecht waren, wie es der 7. Platz im Westen vielleicht vermuten lässt: Würde man die Fiktion einer einigen NBA sich vor Augen führen und die 16 zu vergebenden Playoffplätze unabhängig von Conference-Zugehörigkeit vergeben, so wären unter diesen 16 Teams 10 aus der Western Conference und das obwohl diese mehr Spiele gegen Clubs der eigenen (stärkeren) Conference bestreiten müssen als gegen die der Eastern Conference.
Es bleibt aber dabei -und dies muss jeder unumwunden zugeben: Die Dallas Mavericks haben im Vergleich zur letztjährigen regulären Saison sehr viel schlechter abgeschnitten.
Den Angstschweiß auf der Stirn, den Tradeblock vor Augen, die Vision im Kopf
Mark Cuban ist ein guter Mann. Nicht nur tanzt er ganz hervorragend, wovon man sich während seiner Auftritte bei "Dancing with the Stars" überzeugen konnte; viel wichtiger ist, dass er dieses Spiel liebt. Er atmet, er blutet Basketball. Er ist vielleicht derjenige aller NBA-Klubbesitzer, dem man am ehesten die Lebensgrundlage entzöge, müsste er sein heiß geliebtes Team abgeben.

Doch Mark Cuban hat einen Fehler gemacht bzw. sich von seinem Head-Coach Avery Johnson dazu drängen lassen: Er verpflichtete, vielleicht auch aus einer gewissen Panik heraus, da alle Titelkandidaten um ihn herum aufrüsteten Jason Kidd. Der Zugzwang, unter dem er sich befand, bestand durchaus auf den ersten Blick: Die Lakers holten Paul Gasol, die Phoenix Suns ließen The Matrix Shawn Marion nach Miami ziehen, um im Gegenzug den Shaqster in den Sonnenstaat zu lotsen. So entschied sich Cuban also, den hoch talentierten Davin Harris mit einer Hand voll supporting cast members nach New Jersey zu verschiffen, um sich die Dienste des alternden Floor Generals J-Kidd zu sichern.

Nur um diesem Missverständnis vorzubeugen: Ich bin keineswegs der Meinung, dass Kidd versagt hat. Versagt haben vielmehr diejenigen Verantwortlichen, die ihn verpflichteten. Kurzum: Jason Kidd macht die Mavs nicht besser. Und das ist noch nicht einmal seine Schuld, weil er ganz einfach nicht das Spielermaterial um sich herum hat, das er besser machen könnte. In Jersey hatte er nicht nur einen Carter und einen Jefferson um sich herum, die er im Break bedienen konnte, sondern mit Josh Boone beispielsweise auch einen Spieler, der neben den vorgenannten Stars in der Lage war und ist, Alley-Oop-Vorlagen Kidds mit krachenden Dunks  abzuschließen. Kurzum: Jersey war als Team zwar sicherlich schwächer als Dallas, aber es konnte durch Kidds Spiel komplimentiert werden. Wenn man sich die Mavs anguckt, ist das nunmal ein Team, dass von einem solchen Ausnahmekönner auf der Point-Guard-Position nicht wesentlich profitiert. Jerry Stackhouse kann man nicht mehr einfach irgendwo oberhalb des Ringniveaus anspielen. Selbiges gilt für Eddie Jones. Dirk den Ball in den Low-Post passen könnte jeder 8-jährige. Jason Terry ist ein Spieler, der gern seinen eigenen Wurf per Dribblong kreiert und nicht auf Vorlagen angewiesen ist/sein will. Josh Howard wäre noch am ehesten derjenige Spieler, den Kidd um einiges besser machen könnte - doch gerade er, der gerade erst zum perfekt unpassendsten Zeitpunkt (mal wieder) freimütig bekannt gab, gern mal ein bisschen von dem homegrown in der Off-Season zu rauchen, ist diese Saison leistungsmäßig komplett eingebrochen.
Das gesamte Mavs-Team ist schlicht nicht genug auf Athletik ausgelegt, um von Kidd so richtig zu profitieren. Meiner Meinung nach ist der title quest dieser Franchise voererst zuende. Vielleicht werden sie in der nächsten Season mehr Spiele gewinnen als in dieser, nachdem Kidd eine komplette Vorbereitung mit dem Team bestritten hat. Doch einen Spieler wie Devin Harris, der auch mal Coast-to-Coast gehen und die Punkte machen kann, abgegeben zu haben, um mit Kidd alles auf die Karte "Titel diese Saison" zu setzen, empfinde ich als das Ergebnis einer Fehlprognose/-einschätzung über die individuellen Fähigkeiten eines Jason Kidd bzw. - und das ist sehr viel schlimmer - einer Fehleinschätzung über das eigene Team. So gut Kidd auch sein mag, er ist ein Spieler, der vor allen Dingen Shooting Guards und Small Forwards besser machen kann, da er nun einmal nicht den sichersten Wurf hat und dem entsprechend ein Pick-and-Roll Play mit einem größeren Spieler (wie Nowitzki) anders als bei Nash oder früher in der Kombination Stockton und Malone nur bedingt zum Erfolg führt. Hinzu kommt, dass Nowitzki als bester Spieler der Mavs nun nicht gerade dafür bekannt ist, ein Genie was das Laufen von komplizierteren Spielzügen (= 2+x Pässe) zu sein und schon gar nicht jemand ist, der auch mal ohne Ball zum Korb schneidet, um dort einen Zuckerpass von Kidd zu verwerten. Nowitzki hat zweifelsohne an Klasse gewonnen, er ist nicht mehr der eindimensionale Shooter von einst - aber er ist nunmal auch kein Kobe Bryant oder Vince Carter.
Der Weg zum Titel..

...scheint für's Erste zumindest durch eigene Fehler in der Personalpolitik verstellt zu sein. Kidd hat noch 2 Jahre Vertrag und ob irgendein General Manager in der NBA verrückt genug ist, dem zukunftigen Hall of Famer einen Platz in seiner Franchise einzuräumen, ist fragwürdig und jene Chance tendiert zumindest seit dem Zeitpunkt der Ablösung des Isiah "Ich-bin-stets-auf-der-Suche-nach-unverschämt-überbezahlten-Invaliden" Thomas als Präsident der New York Knicks gegen null. Doch gerade in so einer Situation kann sich Mark Cuban als wahres Genie herausstellen. Wenn es ihm gelingt, trotz aller Widrigkeiten einen absoluten Starspieler nach Dallas zu holen, mit dem das Team auch etwas anfangen kann (Sollte Dwayne Wade beispielsweise auch nur im geringsten Maße eine Augenbraue heben beim Anblick dessen, was so bei seinen Miami Heat rumkriecht, sollte Cuban bereit sein, sein gesamtes Team mit Ausnahme von Dirk abzugeben), so baut er sich damit sein eigenes Denkmal. Sollte er innerhalb der nächsten zwei Jahre jedoch keinen derartigen Coup landen, so ist er vielleicht auf dem besten Wege, seinem Ex-Kollegen der Knickerbockers auf dem Fuße zu folgen. Und wer den zu Tränen gerührten Boss von Nowitzki bei dessen MVP-Pressekonferenz letzte Saison gesehen hat, der wünscht ihm letzteres bestimmt nicht...
Nachtrag: Einen Tag nach dem Ausscheiden verkündete der Manager of Basketball Operations der Mavs die Entlassung von Head-Coach Avery Johnson. Als Nachfolgekandidaten werden zurzeit Jeff Van Gundy (zuletzt Knicks), Mike D'Antoni (momentan noch Suns) und Rick Carlisle (zuletzt Detroit) heiß gehandelt.


von Thorben Petersen veröffentlicht in: Sport
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Montag, 14. april 2008

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